Hallo zusammen,
gemeinsam verbrachten wir schöne Stunden auf dem Lindenblütenfest. Die Freiwillige Feuerwehr hatte für Euch zwischen Kaffeekränzchen und Disco ein ganz besonderes Mitmach-Angebot:
Ran an den Feuerlöscher - selbst ausprobieren.
Auf welchen Knopf muss ich drücken oder an welchem Hebel muss ich ziehen? Was kommt da eigentlich raus und mit wieviel Bums dahinter? Welchen Abstand zum Feuer? Ist das gefährlich? Kann das Schaden anrichten? Antworten gab´s vom Experten.
Ein kleines Résumé
Ganz ehrlich, würde ich ihn im Notfall wirklich benutzen? Respekteinflößend steht oder hängt der Feuerlöscher in Betrieben, Kaufhäusern, Privathaushalten, Autos... Handlich, stets gebrauchsbereit, effektiv, sicher, einfach zu bedienen - eine geniale Erfindung. Entstehungs- oder Kleinbrände können damit tatsächlich wirksam und schnell bekämpft, Leben gerettet und große Schäden verhindert werden. Die kurze Einführung von Thomas Kempf (rechts im Bild), unterstützt durch eine praktische Übung, hat bei Zuschauern und Akteuren das Bewußtsein geschärft, das Vertrauen in den Feuerlöscher gestärkt und die Scheu vor dessen Einsatz reduziert. Und Spaß gemacht hat es außerdem.
- Was muss ich beim Einsatz eines Feuerlöschers beachten?
- Feuerlöscher-FAQ
- Brandklassen
- Feuerlöscher für Zuhause
Was muss ich beim Einsatz eines Feuerlöschers beachten?
- Kurzanleitung, Hinweise und Piktogramme auf dem Feuerlöschen ansehen, z. B. Mindestabstand bei elektrischen Anlagen.
- Eigensicherung.
- Windrichtung - immer mit dem Wind löschen.
- Von unten in die Glut statt in die Flammen spritzen.
- Stoßweise löschen.
- Angemessenen Abstand zum Feuer wählen. Sicherheitsabstand wahren, trotzdem nah genug ran für effektives Löschen.
- Bei größeren Entstehungsbränden mehrere Feuerlöscher gleichzeitig einsetzen, nicht nacheinander.
- Brandstelle nach dem Löschen nicht sofort verlassen, sondern beobachten.
Feuerlöscher-FAQ
Welche Modelle gibt es?
Pulverlöscher, Schaumlöscher, CO2- Feuerlöscher, Wasserlöscher, Fettbrandlöscher, Metallbrandlöscher.
Was bedeutet ABC?
Die Buchstaben stehen für die Brandklassen.
Regelmäßige Wartung?
Unbedingt, der Feuerlöscher muss regelmäßig und nach jedem Einsatz professionell nach DIN EN3 überprüft werden, gewerblich vorgeschrieben, im privaten Bereich empfohlen zur eigenen Sicherheit. Die Prüfintervalle betragen in der Regel 2 Jahre und sollten auf dem Feuerlöscher vermerkt sein.
Sind alle Feuerlöscher rot?
Nein. Im gewerblichen Bereich in Deutschland ist rot (Farbe RAL 3000) für Feuerlöscher vorgeschrieben, ansonsten sind alle Farben möglich.
Wieviel Feuer kann ich löschen?
Die Löschleistung ist als Zahlen-Buchstaben-Kombination auf dem Feuerlöscher aufgedruckt. Da kann zum Beispiel stehen: 6 Liter Schaum; 34 A und 183 B. Was bedeutet das?
Bei Brandklasse A (feste Stoffe) ist ein Holzstapel mit den festen Maßen Höhe=56 cm und Tiefe=50 cm die Basis. Die Zahl vor dem A gibt die Breite des Holzstapels in Dezimeter an. 34 A bedeutet also: es kann ein Holzstapel 56 x 50 x 340 cm gelöscht werden.
Bei Brandklasse B (flüssige Stoffe) liegt die brennende Oberfläche einer runden Schale zugrunde. Bei 183 B können 5,75 m² gelöscht werden, in unserem Beispiel bei 34 B ca. 1,1 m².
Brandklassen
![]() | Brandklasse A Feste Stoffe wie Holz, Papier, Stroh, Textilien, Autoreifen... Diese Stoffe brennen meist unter Glutbildung und werden mit Wasser, Schaum oder Pulver gelöscht. |
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Brandklasse B Flüssige bzw. aufgrund von Wärmeeinwirkung flüssig werdende Stoffe wie Benzin, Benzol, Öle, Fette, Lacke, Teer, Äther, Alkohol, Wachs... Diese Stoffe brennen ausschließlich mit Flammen und erzeugen keine Glut. Niemals mit Wasser löschen, geeignet sind Schaum-, Pulver- sowie CO2-Löscher. |
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Brandklasse C Gas wie Methan, Propan, Wasserstoff, Acetylen, Erdgas, Stadtgas... Diese Stoffe brennen ohne Glut, nur mit Flammen und lassen sich mit Pulver, nicht jedoch mit Wasser, Schaum oder CO2 löschen. |
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Brandklasse D Metalle wie Aluminium, Magnesium, Legierungen... Dabei entsehen sehr hohe Temperasturen über 1000 °C. Metallbrände sind selten und es bedarf spezieller Löschmittel. |
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Brandklasse F Fettbrände, Speisefette und Speiseöle Niemals mit Wasser oder Schaum löschen, sondern ersticken, z.B. Deckel auf eine Pfanne mit brennendem Fett oder speziellen Fettlöscher verwenden. Pulver und CO2 sind nur bedingt geeignet. |
Feuerlöscher für Zuhause
Rauchmelder im Haushalt sind Pflicht, Feuerlöscher nicht, auch nicht im Auto. Die Entscheidung ob überhaupt und wenn ja - welches Modell - kann individuell sehr unterschiedlich ausfallen. Eine Beratung beim Fachmann ist nicht immer notwendig, aber bestimmt eine gute Idee, wenn es um die eigene Sicherheit geht. Zu betrachten sind u. a.
- Einsatzort und Einsatzzweck
- Gewicht, meist 2-6 kg (man muss ihn tragen/bedienen können)
- Löschleistung
- Anschaffungs- und Wartungskosten
- Aufbewahrungsort (leicht zugänglich, Abstand zu Gefahrenquellen...)
Schaumlöscher
Geeignet für die meisten Brände im Haushalt wie Möbel, Vorhänge, Kerzenwachs... (Brandklassen A und B), jedoch nicht für Fettbrände (Brandklassen F). Hohe Löschleistung und günstig in der Anschaffung. Löschmittelschäden sind vergleichsweise gering, der Schaum kann recht leicht entfernt werden. Die Bedienung ist oft einfacher als beim Pulverlöscher. Im privaten Bereich empfehlenswert, ggf. in Kombination mit einem Feuerlöschspray für Fettbrände.
ABC-Pulver-Löscher
Hohe Löschleistung, kostengünstig und Abdeckung von 3 Brandklassen, sehr effizient. Allerdings verteilt sich das feine Löschmittel überall, Möbel und Elektrogeräte werden stark verschmutzt und sind danach kaum noch zu verwenden oder müssen aufwendig gereinigt werden. Hinzu kommt eine Sichtbehinderung durch die Pulverwolke, was weiteres Vorgehen erschwert. Es gilt also abzuwägen. Pulverlöscher eignen sich vorzugsweise für Keller, Garagen, Außenräume u. ä.
CO2 Feuerlöscher
Bevorzugt für Serverräume, Verteilerschränke, Fernseher, PC und alle Arten technischer Geräte, da das CO2 nicht elektisch leitend ist und keine materielle Schäden verursacht. Zudem ist es umweltfreundlich und kostengünstig in der Wartung. Sinnvoll vorwiegend in Innenräumen, aber auch nicht ganz ungefährlich. Das Gas CO2 ist farb- und geruchslos, schwerer als Luft (sammelt sich am Boden) und kann die Gesundheit von Personen gefähren. Die Räume müssen nach dem Einsatz gut gelüftet werden, besondere Aufmerksamkeit gilt in Kellern, Tiefgaragen u. ä.
Wasserlöscher
Wasser als Löschmittel ist sehr kostengünstig, umweltverträglich und hinterlässt, betrachtet man die Füllmenge eines Feuerlöschers, nur wenig Folgeschäden. Geeignet sind Wasserlöscher nur für feste Stoffe der Brandklasse A, allerdings gibt es im Haushalt davon reichlich.
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Programm Lindenblütenfest
Text: Martina Schultze