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Das blaue Haus hat Geburtstag

Entstehung des alten Gerätehauses von 1960

Wenn nachts die Sirene ging, war er der erste vor Ort. Benjo (Horst Fensch) bewohnte mit seiner Frau, seinem Sohn und seiner Mutter das Obergeschoss des Gerätehauses. Auf Hauslatschen und im (rosa) Morgenmantel öffnete Benjo bereits die Tore, wenn die alarmierten Kameraden am Lindenplatz ankamen. Meist mit der Bitte: Macht nicht so laut, Jungs. So konnte die Feuerwehr unverzüglich ausrücken.

Das Umkleiden erledigten die Kameraden in der Fahrzeughalle. Es gab einen Schulungsraum unter dem Dach. Allerdings waren sowohl der Raum als auch der Aufgang dorthin es sehr beengt, so dass man oft lieber in der Fahrzeughalle zusammensaß.

Febr 1956

Einwohnerversammlung zum Planentwurf für den Bau eunes neuen Gerätehauses. Besprechung über Verpflichtungen zu Leistung von Aufbaustunden, Lieferung von Baumaterial und Geldspenden.

Verpflichtung NAW

19.03.1956

Besichtigung und Festlegung des Bauplatzes. Stadtplanungsamt erstellt einen Lageplan.

Lageplan

26.04.1956 - Baubeginn

Anstelle des heutigen Gerätehauses war damals ein Hügel. 4.000 m3 Erde müssen von Hand mit der Schaufel bewegt und anschließend abgefahren werden.

"Möglich wurde der Bau erst dadurch, dass Landwirte, die durch die Bodenreform Wald bei Georgenthal erhalten hatten, uns Holz zur Verfügung stellten..." (Horst Fehling) Das Bauholz wird von Kameraden der FF im Forst Georgenthal nach Maßgaben des Försters eingeschlagen.

40.000 Steine bekommen die Kameraden aus der Bischlebener Ziegelei.

Gebaut wird das Spritzenhaus im Rahmen des NAW (Nationales Aufbauwerk), also mithilfe freiwilliger, gemeinnütziger und unentgeltlicher Arbeit der Bevölkerung. Aufbaustunden werden handschriftlich festgehalten und dokumentiert.

1958

Baufirma Gloria aus Hochheim erstellt die Bauzeichnungen. Juni bis September werden das Fundament betoniert, der Keller gemauert und isoliert, die Kellerdecke eingesetzt.

1960

Gerätehaus und Wohnung im Obergeschoss bezugsfertig.

Schulungsraum wird in Eigenleistung mit Toilette, Gasheizung und Elektroanlage versehen.

Sirene von der Aolf-Herzer-Straße auf den Turm des neuen GH umgesetzt.

1961

Aufbringen des Außenputzes und Fertigstellung.

Rohbau Gerätehaus Bischleben 1960 Gerätehaus und Wohnung Bischleben bezugsfertig Bischleben Lindenplatz

 

"Früher wurden die Beschlüsse schnell gefasst und die Realisierung dauerte lange. Heute ist es genau umgekehrt." (Horst Fehling, Jahr 2000, er gehörte seit 1943 der Bischlebener FF an)

 

10.10.1987 - Kurt Durst

Der Freiwilligen Feuerwehr Erfurt-Bischleben wird der Ehrenname "Kurt Durst" verliehen. Feierlich wird der über den Toren angebrachte Schriftzug enthüllt.

Verleihung Ehrenname Feuerwehr Bischleben FF Bischleben Kurt Durst Enthüllung Ehrenname Kurt Durst

 

1993 - Das Ende der Sirene

Die Sirene wird vom Dach des Schlauchturmes demontiert und durch eine Funkmeldeanlage (Piepser) ersetzt.

 

28 Jahre später

Die Wehrleitung stellt einen Antrag auf Erweiterung des Gerätehauses an den Stadtbezirk Süd und den Rat der Stadt. Vom Ministerium des Innern wird im September 1988 eine Studie "Erweiterung Freiwillige Feuerwehr Bischleben" unter Leitung von B. Driesel zu Papier gebracht.

1.0 Baukonzeption

...entspricht in ausrüstungs- und sanitär-techischer Sicht nicht mehr den Erfordernissen unserer Zeit.

Aus diesem Grund wurde vom Auftraggeber eine Erweiterung und gleichzeitig Verlängerung des bestehenden Gebäudes gefordert.

In dem neu zu schaffenden Anbau sind sowohl ordentliche Sanitärräume als auch ein Schulungsraum und eine Reparaturgrube einzubauen.

Der bestehende Altbau wird durch den Ausbau des Dachgeschosses (Fußboden mit Wärmedämmung und Einsatz von sogenannten "Weimar-Fenstern") zusätzlich genutzt.

... sind sowohl die bautechnischen wie auch die elektrotechnischen, blitzschutztechnischen und heizungstechnischen Projekte erforderlich.

GGf. ist die Kapazität der vorhandenen Kleinkläranlage zu überprüfen bzw. neu zu errichten...

Kapazität für 20 männliche und 10 weibliche Mitglieder der Feuerwehr...

Gesamtkosten: 201.870,45 Mark

Dieses Projekt wird nicht realisiert.

 

40 Jahre später - Es wird blau

Das Bischlebner Gerätehaus entspricht technisch, größenmäßig und die Bausubstanz betreffend endgültig nicht mehr den Standards. Es ist zu klein für die moderne Feuerwehrtechnik, die Tore sind zu schmal. Ein Fahrzeug muss vorübergehend im Gefahrenschutzzentrum einquartiert werden.

Finanzierung

05.05.1999

Übergabe Förderbescheid - 360.000 DM - vom Freistaat Thüringen, übergeben durch Innenminister Richard Dewes an Wehrführer Egbert Pilz, damit war die Finanzierung gesichert. Den Rest übernahm die Stadt Erfurt je zur Hälfte in zwei Haushaltsjahren.

1999

Erwerb eines Grundstückes von einer Erbengemeinschaft. Kompromisse zur Ortskerngestaltung.

Umsiedelung des älteren Ehepaares Fensch in eine Sozialwohnung, sie hatten seit 1961 des Obergeschoss bewohnt.

Im August Ausschreibung der Bauleistungen.

05.10. - Baubeginn

2000

03.02. - Richtfest

13.10. - Einweihung am Freitag, dem 13., dem einzigen in jenem Jahr, ein Glückstag also.

Kosten: ca. 1.640.000 DM

Architekt: Christian Werner

Vorbei die Zeit, als die Kameraden sich mit eingezogenem Hintern an den beiden Fahrzeugen entlang zu den Umkleidehaken zwängen mussten und beim Anlassen der Technik völlig eingenebelt wurden.

Die markante, sehr blaue Fassadenfarbe sorgte anfangs für viel Aufregung im Ort und brachte diverse Witze über menschliche Zustände hervor. Inzwischen haben sich die Bischlebener daran gewöhnt. Das blaue Haus gehört ganz selbstverständlich zum Ortsbild.

Das Bischlebener Gerätehaus bietet nun Platz für 3 Stellplätze, Umkleide- und Schulungsräume, ordentliche Sanitäranlagen, eine Küche sowie eine Werkstatt.

Gerätehaus Umkleide Feuerwehr Bischleben Schild

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